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 Betreff des Beitrags: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 29.01.2010, 12:20 
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Klumpen Tofu

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http://www.newsweek.com/id/202789/

von diesem Herbst. Sehr schön, so was in populären medien lesen zu können

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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 29.01.2010, 13:14 
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Klumpen Tofu
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bigmouth hat geschrieben:
http://www.newsweek.com/id/202789/

von diesem Herbst. Sehr schön, so was in populären medien lesen zu können


Die rassisitsche Argumentationsweise ist allerdings alles andere als schön.
Das Thema hatten wir hier auch schonmal: Heute lebende Menschen, egal wie und wo sie leben, sind nicht auf einer Stufe mit den Steinzeitmenschen, denn sie haben alle seitdem eine gleich lange Entwicklungsgeschichte hinter sich.

Und nebenher bemerkt, der Artikel erweckt den Eindruck, als wäre absolut klar, wie die Steinzeitmenschen gelebt haben, indem behauptet wird, bestimmte Menschen würden fast genau wie Steinzeitmenschen leben. Dabei ist es absolut nicht klar, wie die Steinzeitmenschen gelebt haben. Dazu gibt es viele sehr unterschiedliche wissenschaftliche Theorien. Wenn also nicht eindeutig klar ist, wie Menschen in der Steinzeit lebten, lässt sich auch nicht sagen, ob jemand heute wie in der Steinzeit lebt.

Ich bin jedenfalls ziemlich sicher, dass es zu diesem haarsträbenden Buch auch deutlich bessere kritische Texte gibt als diesen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 29.01.2010, 13:28 
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Klumpen Tofu

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das ist nicht rassistisch. es geht ja um den technologischen stand dieser leute, um ihre materiellen, nicht um ihre andere natur. im gegenteil wird ja gerade angenommen, dass die identisch mit uns sind

die entwicklungsgeschichte ist vielleicht zeitlich gleich lang; offensichtlich ist da aber weniger passiert in den letzten 15.000 jahren als bei vielen anderen menschengruppen

EDIT: ausserdem wird nicht gesagt, dass steinzeitmenschen so lebten, sondern, dass diese leute so leben, wie ev-psych.-leute sich etwa die steinzeit vorstellen

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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 29.01.2010, 14:01 
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Klumpen Tofu
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bigmouth hat geschrieben:
das ist nicht rassistisch. es geht ja um den technologischen stand dieser leute, um ihre materiellen, nicht um ihre andere natur. im gegenteil wird ja gerade angenommen, dass die identisch mit uns sind

die entwicklungsgeschichte ist vielleicht zeitlich gleich lang; offensichtlich ist da aber weniger passiert in den letzten 15.000 jahren als bei vielen anderen menschengruppen

EDIT: ausserdem wird nicht gesagt, dass steinzeitmenschen so lebten, sondern, dass diese leute so leben, wie ev-psych.-leute sich etwa die steinzeit vorstellen



Wollen wir diese Debatte jetzt von vorne anfangen?
Du kommst schon wieder an mit "weniger passiert", wo es eigentlich um einen unterschiedlichen geschichtlichen Verlauf geht und nicht um "mehr" oder "weniger" Entwicklung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 29.01.2010, 14:09 
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Klumpen Tofu

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natürlich sind leute weniger technologisch entwickelt, die weder ackerbau, viehzucht, metallverarbeitung, städte, schrift oÄ kennen. die menschliche geschichte im engeren sinne fängt aber genau damit an, eben weil diese technologischen umwälzungen vorrausetzungen für kulturelle umwälzungen sind. die bandbreite der möglichkeiten, wie gesellschaften aussehen können, hängt einfach direkt daran, welche technologischen möglichkeiten sie haben, mit ihrer umwelt umzugehen

natürlich ist das wunderbar als rechtfertigung nutzbar, um diese leute als "primitive" zu kolonialisieren. aber das macht es noch nicht falsch

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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 29.01.2010, 14:21 
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Klumpen Tofu
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bigmouth hat geschrieben:
natürlich sind leute weniger technologisch entwickelt, die weder ackerbau, viehzucht, metallverarbeitung, städte, schrift oÄ kennen. die menschliche geschichte im engeren sinne fängt aber genau damit an, eben weil diese technologischen umwälzungen vorrausetzungen für kulturelle umwälzungen sind. die bandbreite der möglichkeiten, wie gesellschaften aussehen können, hängt einfach direkt daran, welche technologischen möglichkeiten sie haben, mit ihrer umwelt umzugehen

natürlich ist das wunderbar als rechtfertigung nutzbar, um diese leute als "primitive" zu kolonialisieren. aber das macht es noch nicht falsch


Ich mach's kurz: Deine Definitionen von menschlicher Geschichte und von Kultur sind strukturell rassistisch. Diese Definitionen sind in einem weißen dominanten Diskurs so üblich, aber das macht sie nicht richtig.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 29.01.2010, 14:50 
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Klumpen Tofu

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ohne schriftliche überlieferung ist geschichte kaum denkbar, weil dann über generationen kaum noch etwas übrig bleibt von den ereignissen, die länger zurück liegen.

und ich spreche diesen gesellschaften gar nicht ab, kultur zu besitzen. nur ist es ein fakt, dass seit der neolithischen revolution in 10.000 jahren das leben der menschen auf diesem planeten 1000 mal mehr veränderungen unterworfen war als in den 100.000 jahren davor. mein leben (und mittlerweile wohl das der meisten menschen auf diesem planeten) ist dem meiner vorfahren vor 100, 200, 500 oder 5000 jahren ganz extrem unähnlich. mehr sagt "veränderung" gar nicht

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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 29.01.2010, 15:52 
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Klumpen Tofu
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bigmouth hat geschrieben:
ohne schriftliche überlieferung ist geschichte kaum denkbar, weil dann über generationen kaum noch etwas übrig bleibt von den ereignissen, die länger zurück liegen.

und ich spreche diesen gesellschaften gar nicht ab, kultur zu besitzen. nur ist es ein fakt, dass seit der neolithischen revolution in 10.000 jahren das leben der menschen auf diesem planeten 1000 mal mehr veränderungen unterworfen war als in den 100.000 jahren davor. mein leben (und mittlerweile wohl das der meisten menschen auf diesem planeten) ist dem meiner vorfahren vor 100, 200, 500 oder 5000 jahren ganz extrem unähnlich. mehr sagt "veränderung" gar nicht


Geschichte und Überlieferung von Geschichte ist nicht das gleiche. Vergessene Geschichte ist immernoch etwas, was passiert ist. Außerdem gab und gibt es durchaus Kulturen der oralen Überlieferung von Geschichte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 29.01.2010, 16:26 
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Klumpen Tofu

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Ich stimme Bigmouth zu; Ihre Argumentation erfolgt nicht von einem weissen Standpunkt, sondern vielmehr von einem technisch überlegenen Standpunkt. Es ist historischer Fakt, dass bei der Begegnung von Kulturen mit extrem unterschiedlichem Technologie-Niveau die unterlegene Absorbiert/ausgelöscht wird. Aus dem Grund setzt du, Annie_Slut, evtl. weisse Kultur mit technisch überlegener Gleich? Weil die Welt Jahrhundertelang von technisch überlegenen Weißen geformt wurde?


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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 29.01.2010, 17:18 
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Klumpen Tofu
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Le_Nerd hat geschrieben:
Ich stimme Bigmouth zu; Ihre Argumentation erfolgt nicht von einem weissen Standpunkt, sondern vielmehr von einem technisch überlegenen Standpunkt. Es ist historischer Fakt, dass bei der Begegnung von Kulturen mit extrem unterschiedlichem Technologie-Niveau die unterlegene Absorbiert/ausgelöscht wird. Aus dem Grund setzt du, Annie_Slut, evtl. weisse Kultur mit technisch überlegener Gleich? Weil die Welt Jahrhundertelang von technisch überlegenen Weißen geformt wurde?


Naturalisierst du da gerade Gewalt? Meinst du, es ist zwangsläufig, dass die Möglichkeit zum "absorbieren/auslöschen" auch zu selbigem führt?

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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 29.01.2010, 18:36 
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Klumpen Tofu

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Nein. Ich sage, dass das bisher so gut wie immer passiert ist; das enthält keinerlei Aussage, ob das wünschenswert/"natürlich" ist.

Du kritisierst, dass man ein Kriterium wie Entwicklung, egal welcher Art diese sei, nicht anwenden könne, um zwischen Kulturen zu unterscheiden; Entwicklung sei ein weisses Kriterium.

Im Bezug auf Technologie geht das aber eben doch; die menschliche Geschichte ist die Geschichte ihrer Produktionsmittel :wink: ; der Stand der Technik bestimmt unmittelbar, wie Menschen leben. Und bei technischer Entwicklung ist es sehr wohl möglich, Fortschritte zu messen und objektiv aufzuzählen.

Magst du mir einmal die Debatte, die du erwähnst, verlinken? Die Suchfunktion spukt nichts aus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 30.01.2010, 17:28 
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Klumpen Tofu
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Le_Nerd hat geschrieben:
Nein. Ich sage, dass das bisher so gut wie immer passiert ist; das enthält keinerlei Aussage, ob das wünschenswert/"natürlich" ist.

Du kritisierst, dass man ein Kriterium wie Entwicklung, egal welcher Art diese sei, nicht anwenden könne, um zwischen Kulturen zu unterscheiden; Entwicklung sei ein weisses Kriterium.

Im Bezug auf Technologie geht das aber eben doch; die menschliche Geschichte ist die Geschichte ihrer Produktionsmittel :wink: ; der Stand der Technik bestimmt unmittelbar, wie Menschen leben. Und bei technischer Entwicklung ist es sehr wohl möglich, Fortschritte zu messen und objektiv aufzuzählen.

Magst du mir einmal die Debatte, die du erwähnst, verlinken? Die Suchfunktion spukt nichts aus.



Sorry, ich finde sie auch nicht mehr. Außerdem ist ein großer Teil davon über pm gelaufen.

Ich kann an dieser Stelle nur sagen, dass ich mich der Logik von niedriger und höherer Technologie hier nicht anschließen möchte und unterschiedliche Entwicklungen in Bezug auf Technologie nicht als "Entwicklundsstand" von Menschen auffasse.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 30.01.2010, 18:19 
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Klumpen Tofu

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Du lehnst Aussagen, die sich auf Unterschiede im Stand von Technologien beziehen, völlig ab? Dh. z.B. du siehst keinen funktionellen/graduellen/aufwandsmäßigen Unterschied zwischen einem Feuerbohrer und einem Faserlaser? Oder ist selbst dass eine nicht-treffbare Aussage, da man dann eine Aussage trifft?

Wenn ich dich richtig verstehe, möchtest du keine Aussagen wie "etwas ist fortgeschritten/primitiv " treffen, da damit eine Wertung auf einer (für dich fragwürdigen) Skala einhergeht; dies bewirkt dann eine graduelle Abstufung "besser/schlechter". Die Frage ist, welche Skala verwendet wird. Ich finde, dass es sehr wohl möglich ist, objektive Gradmesser in Technologie-Unterschieden zu definieren, z.B. Aufwand zur Herstellung (in Arbeitsstunden) oder notwendige Kenntnis unterliegender physikalisch/chemisch/biologischer Prinzipien.

Zu Beurteilung von Kulturen nach einem allgemeinen Maßstab, da ist es tatsächlich eigentlich nicht möglich, Aussagen wie besser/schlechter zu treffen. Der einzige Grund, weshalb ich das dennoch für gerechtfertigt halte, ist, dass ich glaube, dass es absolute positive Werte gibt.

Dazu gehören Dinge wie Menschen(leben), Freiheit derselben (von Krankheiten, materiellen Nöten, gesellschaftlichem Druck/ Entscheidungen bewusst treffen zu können, usw).

Nun zeigt die menschliche Geschichte, dass technischere Zivilisationen in diesen Kriterien wesentlich wesentlich besser abschneiden als nichttechnische; das ist es, denke ich, was Bigmouth ausdrücken wollte, und dem ich mich anschloß.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 30.01.2010, 20:25 
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Klumpen Tofu
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Le_Nerd hat geschrieben:
Du lehnst Aussagen, die sich auf Unterschiede im Stand von Technologien beziehen, völlig ab? Dh. z.B. du siehst keinen funktionellen/graduellen/aufwandsmäßigen Unterschied zwischen einem Feuerbohrer und einem Faserlaser? Oder ist selbst dass eine nicht-treffbare Aussage, da man dann eine Aussage trifft?

Wenn ich dich richtig verstehe, möchtest du keine Aussagen wie "etwas ist fortgeschritten/primitiv " treffen, da damit eine Wertung auf einer (für dich fragwürdigen) Skala einhergeht; dies bewirkt dann eine graduelle Abstufung "besser/schlechter". Die Frage ist, welche Skala verwendet wird. Ich finde, dass es sehr wohl möglich ist, objektive Gradmesser in Technologie-Unterschieden zu definieren, z.B. Aufwand zur Herstellung (in Arbeitsstunden) oder notwendige Kenntnis unterliegender physikalisch/chemisch/biologischer Prinzipien.

Zu Beurteilung von Kulturen nach einem allgemeinen Maßstab, da ist es tatsächlich eigentlich nicht möglich, Aussagen wie besser/schlechter zu treffen. Der einzige Grund, weshalb ich das dennoch für gerechtfertigt halte, ist, dass ich glaube, dass es absolute positive Werte gibt.

Dazu gehören Dinge wie Menschen(leben), Freiheit derselben (von Krankheiten, materiellen Nöten, gesellschaftlichem Druck/ Entscheidungen bewusst treffen zu können, usw).

Nun zeigt die menschliche Geschichte, dass technischere Zivilisationen in diesen Kriterien wesentlich wesentlich besser abschneiden als nichttechnische; das ist es, denke ich, was Bigmouth ausdrücken wollte, und dem ich mich anschloß.


Unterschiede festzustellen lehne ich nicht ab, aber die Wertung derselben als "besser" und "schlechter" schon.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 06.02.2010, 19:34 
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Klumpen Tofu

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Nochmal zu meiner Argumentation, dass fortgeschrittene Techniken besser sind, da sie mehr menschliches Leben ermöglichen (mehr eine philosophische Frage eigentlich, aber um mal Zahlen zu nennen):

Lang, englisch:
http://www.nickbostrom.com/astronomical/waste.html

Selbstgeschriebenes Abstrakt:

Wenn:

1) Im Universum die nutzbare Energie abnimmt. (durch Entropie, in Schwarze Löcher fallende Materie usw) und

2) Kolonialisierung des Weltraums möglich ist, und

3) Die Fähigkeit, menschliches Leben zu erhalten, begrenzt ist durch die zur Verfügung stehende Energie,

Dann:

kostet jede Sekunde, die die großräumige Kolonisierung unserer galaktischen Umgebung verzöget wird, bei vorsichtiger Schätzung, 10^14 potentielle Menschenleben. Momentan leben ca 7 mrd. Menschen auf der Erde, grob also 10^10.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kritischer Artikel über evolutionäre Psychologie in Newsweek
 Neuer Beitrag Verfasst: 10.02.2010, 03:57 
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Klumpen Tofu
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Zitat:
Geschichte und Überlieferung von Geschichte ist nicht das gleiche. Vergessene Geschichte ist immernoch etwas, was passiert ist. Außerdem gab und gibt es durchaus Kulturen der oralen Überlieferung von Geschichte.


Vergessene Geschichte ist wie der Baum, der umfällt und ein Geräusch macht, auch wenn es keiner hört. Wenn sie vergessen und nicht mehr rekonstruierbar ist, ist sie jenseits unseres Erfahrungshorizontes, für immer verloren und damit effektiv nicht mehr existent.

Geschichtsschreibung ist auf jedem Fall höherwertig als allein oral überlieferte Geschichte, die mit jeder Überlieferung verändert und romantisiert wird, ohne jemals wieder kritisch überprüft werden zu können, weil die einzige verfügbare Quelle die Dorfältesten sind. Niedergeschriebene Geschichte ist zwar ebenfalls subjektiv, aber durch Quellen aus verschiedenen Kulturen und den Überschneidungen darin läßt sich vieles durchaus objektiv belegen und überprüfen. Ganz abgesehen davon, dass sie der Nachwelt erhalten bleiben, selbst wenn die geschichtsschreibenden Kulturen zugrunde gehen, und ein gemeinsames, menschliches Kulturerbe bilden.

Ohne schriftliche, historische Quellen würde man z.B. noch immer unkritisch an das Bild vom dunkelen Mittelalter glauben, welches in der Renaissance-Zeit proklamiert wurde. Eine kritische Überprüfung weitverbreiteter "Überlieferungen" wäre garnicht möglich gewesen.

Die Wertung technologischer Entwicklung von Gesellschaften als rassistischen weissen Diskurs zu bezeichnen ist purer Kulturrelativismus, welcher selbst in Rassismus mündet. Antibiotika nur für technisierte Weisse, die edlen Wilden sollen ruhig weiter an längst besiegten Krankheiten zugrundegehen.


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